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"Edel sei der Mensch, hülfreich und gut"

schrieb uns Goethe ins Stammbuch und die Jungen Helden sich auf ihre Fahnen.
2.500 Personen warten in Deutschland auf ein unpaariges Spenderorgan. Eine davon ist C.K., die Initiatorin des Vereins. In einem Zeitungsinterview bestreitet sie, dass es einen Zusammenhang gibt, doch würde ich es für legitim halten, wenn es so wäre. Um sein Leben zu kämpfen ist eine gute Sache.
»Der Verein Junge Helden hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema Organspende in die öffentliche Diskussion einzubringen.« steht auf der Homepage. »Sie möchten dem Thema Organspende mit Lebensfreude und Optimismus begegnen.« Also feiern sie Heldenparties, auf denen die netten Jungs und Mädels bei Musik und Tanz auch über Organspende informiert werden - in positiver Atmosphäre; was immer das bedeuten mag.
Die Selbstdarstellung des Vereins liest sich freundlich; wohlgesetzte, durchweg positiv besetzte Worte. Viele Passage lassen sich durch den Austausch des Wortes »Organspende« mit »Kinderarmut« oder »Aids« auch für andere Zwecke gebrauchen.
[Allerdings ist mir schleierhaft, wie man sich seine Selbstbestimmung über den Tod hinaus sichern kann. Das nur nebenbei.]
Zitat:
Für uns ist jeder ein „Junger Held“, der sich an dieses schwierige Thema herantraut und sich die Zeit für eine persönliche Entscheidungsfindung nimmt!
/Zitat
Massenheldentum ist mir suspekt, besonders wenn derartig niedrige Ansprüche vorausgesetzt werden. Zu viele Helden gab es schon in der Geschichte. Helden der Arbeit, heldenhafte Kämpfer.

Die Informationen zum eigentlichen Thema Organspende stammen von der Deutschen Stiftung für Organtransplantation und beschränken sich auf eine Minimum. Der Hinweis auf die »Gemeinsamen Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland« von 1990 zur Organspende unterschlägt allerdings, dass sich die Kirche - spätestens seit der Tagung der Päpstliche Akademie der Wissenschaften im Februar 2005 - davon distanziert hat. Kann man auch von der DSO nicht erwarten.
Auch nicht vom Verein. Sein
Zitat:
primäres Ziel jedoch ist die Verbreitung von Organspendeausweisen auch und gerade unter jungen Menschen – in unserer Generation.
/Zitat

Was ist denn der Spenderausweis? Nur eine Bahncard für Organe? Eine PayBack-Karte, die man jedem in die Hand drückt, in der Hoffnung auf spätere Prozente?
Wer sich so prominent ins Licht der Medien stellt, sollte Verantwortung tragen, sollte aufklären.
Wo ist der Beipackzettel mit Hinweis auf Risiken und Nebenwirkungen für den zukünftigen Spender?
»Danke, dass Sie sich entschieden haben, Organspender zu sein. Da es von nun an jederzeit für Sie zum Ernstfall kommen kann, bitten wir Sie, die folgenden Hinweisen zu beachten:
Zum Nachweis des Todes müssen wir Ihnen zweimal innerhalb von zwölf Stunden für zehn Minuten das Beatmumgsgerät abstellen. Dabei kann es zu Atemnot, verminderter Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelinfarkt und, in seltenen Fällen, zum Herzstillstand kommen.
Lassen Sie sich nicht davon irritieren, dass es sich bei Feststellung "Hirntod" um eine Prognose handelt, nicht um eine Tatsache. Spätestens mit Ende der Explantation ist es eine Tatsache.
Die Narkose und das Festschnallen dienen der psychischen und physischen Sicherheit des OP-Teams und lassen sich leider nicht vermeiden. Wir bedauern die zeitweilige Einschränkung, sehen aber keine Möglichkeit der Abhilfe.
Beim Schnitt vom Hals bis zum Schambein kann es zu erhöhtem Blutdruck, Schweißabsonderungen und erhöhtem Puls kommen. Diese Reaktionen sind normal und mit Sicherheit vorüber gehender Natur.
Organentnahmen haben negative Einflüsse auf Schwangerschaften. Es wird daher mit der Explantation bis zum Ende der Schwangerschaft gewartet.«

Die Aufschrift »nach meinem Tod« auf dem Spenderausweis ist irreführend. Aufklärung bedeutet, deutlich zu sagen, dass nicht der natürliche Herztod Voraussetzung für die Organspende ist, sondern die Fiktion des Hirntods.

Zitat:
Die Feststellung, dass das Gehirn oder ein anderes Organ die Funktion einstellt, ist an sich kein Anzeichen dafür, dass das betreffende Organ zerstört ist und noch viel weniger ein Anzeichen für den Tod dieses Menschen.
Dr. Paul Byrne

/Zitat

Zitat:
Schlussfolgerungen der Tagung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften1 nach Überprüfung der Hirntod-Kriterien:
 
1. Einerseits erkennt die Kirche an, im Einklang mit ihrer Tradition, dass die Heiligkeit des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Ende uneingeschränkt geschützt und aufrechterhalten bleiben muss. Andererseits neigt eine säkularisierte Gesellschaft dazu, mehr Gewicht auf die Lebensqualität zu legen.
 
2.Die Katholische Kirche hat immer gegen die Zerstörung menschlichen Lebens durch Abtreibung Widerstand geleistet, und ebenso verurteilt sie die vorzeitige Beendigung des Lebens eines unschuldigen Organspenders mit dem Ziel, das Leben eines Anderen durch die Transplantation eines unpaarigen Organs zu verlängern. „Es ist moralisch unzulässig, die Verstümmelung oder den Tod eines Menschen unmittelbar herbeizuführen, auch dann nicht, wenn dadurch der Tod von anderen Menschen hinausgeschoben werden kann.“ „Es ist niemals erlaubt, einen Menschen zu töten, um einen anderen zu retten.“
 
3. „Wir dürfen auch nicht schweigen bei anderen heimlicheren, aber nicht weniger schwerwiegenden und praktizierten Formen der Euthanasie. Diese könnten zum Beispiel auftreten, wenn man, um die Verfügbarkeit von Organen für Transplantationen zu steigern, Organe entnimmt, ohne objektive und angemessene Kriterien anzuwenden, die den Tod des Spenders nachweisen.“
 
4. Der Tod eines Menschen ist ein einzigartiges Ereignis. Er besteht aus der völligen Auflösung des einheitlichen und integrierten Ganzen, dem Selbst. Der Tod ist die Folge der Trennung des Lebensprinzips (oder der Seele) vom Körper des Menschen. Papst Pius XII berief sich auf dieselbe Wahrheit, indem er feststellte, dass das menschliche Leben weiterbesteht, wenn die vitalen Funktionen offensichtlich sind, auch bei künstlicher Unterstützung.
 
5. „Die Anerkennung der einzigartigen Würde des Menschen hat eine weitere zugrundeliegende Konsequenz: Vitale unpaarige Organe dürfen nur nach dem Tod entnommen werden - das heißt, aus dem Körper eines Menschen, der mit Sicherheit tot ist. Diese Forderung ist selbstverständlich, denn anders zu handeln heißt, dass man mit Absicht den Tod eines Spenders herbeiführt, um über seine Organe verfügen zu können.“ Das natürliche Moralgesetz erlaubt nicht die Entnahme von unpaarigen vitalen Organen zum Zwecke der Transplantation von einem Menschen, der noch nicht mit Sicherheit tot ist. Die Feststellung des „Hirntodes“ reicht nicht aus, um zu der Folgerung zur kommen, dass der Patient mit Sicherheit tot ist. Sie reicht nicht einmal aus, um moralische Gewissheit zu erlangen.
 
6. Viele Menschen aus medizinischen und wissenschaftlichen Kreisen verfechten weiterhin, dass die auf den „Hirntod“ gestützten Kriterien ausreichen, um moralische Gewissheit über den Tod selbst zu haben. Gegenwärtige medizinische und wissenschaftliche Beweise widersprechen dieser Annahme. Neurologische Kriterien allein genügen nicht, um moralische Gewissheit über den Tod zu bekommen, und sind absolut nicht in der Lage, eine physische Sicherheit über den eingetretenen Tod zu gewährleisten.
 
7. Es ist jetzt offenkundig und offensichtlich, dass es kein einziges sogenanntes neurologisches Kriterium gibt - woran internationale Wissenschaftskreise öffentlich festhalten - welches den sicheren Tod feststellt. Vielmehr werden viele unterschiedliche neurologische Kriterien ohne weltweite Übereinstimmung angewendet.
 
8. Neurologische Kriterien reichen nicht aus für eine Todeserklärung, wenn noch ein intaktes Herz-Kreislauf- und Atemsystem besteht. Diese neurologischen Kriterien können nur das Fehlen von einigen bestimmten Hirnreflexen überprüfen. Die Hirnfunktionen wie Temperaturkontrolle, Blutdruck, Herzschlag und der Ausgleich des Salz- Wasserhaushaltes werden dabei nicht berücksichtigt. Wenn ein künstlich beatmeter Mensch für „hirntot“ erklärt wird, sind diese Funktionen nicht nur vorhanden, sondern auch anhaltend aktiv.
 
9. Der Apnoetest - das Abstellen der künstlichen Beatmung - ist als Teil der neurologischen Diagnose vorgeschrieben und wird paradoxerweise eingesetzt, um die Irreversibilität zu bestätigen. Dieser Test beeinträchtigt merklich das Untersuchungsergebnis oder verursacht sogar den Tod eines Patienten mit schweren Hirnschädigungen.
 
10. Es gibt überwältigende medizinische und naturwissenschaftliche Beweise, dass das vollständige Einstellen der Hirnaktivität (in Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm) kein Nachweis des Todes ist. Das vollständige Ende der Hirntätigkeit kann nicht angemessen beurteilt werden. Die Irreversibilität ist eine Prognose, keine medizinisch feststellbare Tatsache. Heute behandeln wir viele Patienten mit Erfolg, deren Genesung noch vor kurzem hoffnungslos schien.
 
11. Eine Todesfeststellung allein aufgrund von neurologischen Kriterien ist eine Theorie, keine wissenschaftliche Tatsache. Sie genügt nicht, um die Annahme, dass der Patient noch lebt, zu widerlegen.
 
12. Kein Gesetz (welches auch immer) sollte versuchen, eine Vorgehensweise für legal zu erklären, die in sich schlecht ist. „Ich wiederhole noch einmal, dass ein Gesetz, welches das natürliche Recht eines unschuldigen Menschen auf Leben verletzt, ungerecht und als solches ungültig ist. Deshalb appelliere ich noch einmal eindringlich an alle politisch Verantwortlichen, keine Gesetze zu erlassen, welche die Würde des Menschen missachten und dadurch die Grundlagen der Gesellschaft zugrunde richten.“
 
13. Das Leben eines unschuldigen Menschen zu beenden, um das Leben eines anderen zu retten - wie bei der Transplantation von unpaarigen vitalen Organen - macht das Böse nicht besser, das darin besteht, einem unschuldigen Menschen das Leben zu nehmen. Böses darf nicht getan werden, um Gutes zu bewirken.

/Zitat

Eine Lebensschutz-Philosophie die sich "für den Schutz des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen von der Zeugung bis zum natürlichen Tod" einsetzt, wurde bzw. wird von Papst Johannes Paul II. oder dem Dalai Lama vertreten, wobei mit "natürlichem Tod" der Herztod gemeint ist.

Derartige Hinweise sucht man auf der Homepage vergebens. Spender haben keine Lobby.
Und der Empfänger? Risiken und Nebenwirkungen für ihn sucht man ebenfalls vergeblich. Hat auch keine Lobby.
Nur die Organe selbst haben eine Lobby, eine grosse, mächtige Lobby. Organe sind Handelsware, kostenlos von (verführten?) »Helden« zur Verfügung gestellt.
Und der Verein hilft mit. Wer beim ”chillen« und »easy going« auf Parties nicht zu erreichen ist, der bekommt es als Unterrichtsmaterial in der Schule. Oder als TV-Spot. Oder als Radio-Spot. Alles eine Frage des Marketings.

Nee, Helden hab ich mir anders vorgestellt.


1 Tagung der Päpstliche Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der „Weltorganisation für die Familie“ am 3. und 4. Februar 2005 abgehalten zu dem Thema: „Die Zeichen des Todes“.
31.7.06 01:16
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


komentor (25.8.06 13:01)
und schon kommentare der helden?


s.kimo (25.8.06 13:53)
Nein, bis jetzt noch nicht.


ich (29.8.07 17:23)
Bezüglich der Einstellung der katholischen Kirche sind auf der Webseite der katholischen Kirche eindeutig andere Standpunkte zu finden.

Zitat von http://www.katholisch.de/2315_20598.htm:

Organspende - ein Akt "höchster Nächstenliebe"
Die kirchliche Bewertung von Organspenden orientiere sich an dem 1990 von der Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gemeinsam veröffentlichten Papier „Organtransplantation", erläutert der Augsburger Weihbischof Anton Losinger. Er ist Mitglied des Nationalen Ethikrats und unterstützt das neue Konzept. Die zentrale These des Dokumentes ist: „Organspende ist eine moralisch richtige und wichtige Handlung, ein Zeichen der Liebe über den Tod hinaus."

Organspende sei moralisch berechtigt, da im Sinne der Theologie und des Evangeliums Leben und Tod Bestandteil der für den Menschen nicht zur Disposition stehenden Schöpfung sind, die er aber zur Lebensrettung zur Verfügung stellen darf, erklärte Losinger weiter. Losinger bezeichnete es als einen „Akt höchster Nächstenliebe", einen Organspendeausweis auszufüllen.


Zitat von http://www.katholisch.de/2461_20599.htm:

Papst Benedikt XVI. hat seinen Ausweis schon seit Kardinalszeiten.

Bezüglich der Nebenwirkungen kann ich nur aus eigener Erfahrung nur sagen, ein weitgehend normales Leben, was ohne Organspende bei weitem nicht möglich ist

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