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Enttäuschung ...

macht sich breit bei mir - keine Todesstrafe für ALG II-Betrüger. Da sie doch sowieso alle noch diverse Nebeneinkünfte haben, bringt doch die Kürzung gar nix! Rübe ab. Alles Verbrecher!

Wie armselig an Geist und Gemüt muss ein Politiker sein, der den Anstieg der Kosten ausschließlich auf Mißbrauch zurückführt?
Sicher gibt es Menschen unter den ALG II-Beziehern, die derartiges machen. Ich will das garnicht rechtfertigen, aber es scheint wohl in der Natur des Menschen zu liegen, schließlich hatten wir genug Fälle, in denen Trennungsentschädigung beantragt und bezahlt wurde - an Politiker. Oder Sitzungsgelder ohne anwesend zu sein. Oder Auftragsvergaben ohne ordentliche Ausschreibung. Allein der Schaden aus dem Berliner Banken-Skandal beträgt 9,7 Milliarden EURO. Dagegen ist der tatsächliche Mißbrauch (eigenartiger Weise gibt es keine Zahlen dazu, nur Schätzungen) nur peanuts.
»Unsere Steuergelder« hör ich da rufen. Korrekt, aber auch die Politiker werden aus Steuergeldern alimentiert (von den Nebeneinkünften nicht zu reden) und dafür erhalten wir nicht einmal einen Gegenwert.

Wenn also kontrolliert werden soll, dann bitte aber beide Seite - Hartz IV-Empfänger und Abgeordnete.
6.6.06 03:57


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Volk ...

ist ein Begriff, der wie kaum ein anderer dazu bestimmt ist, Verwirrung zu stiften.

Die meisten Schafsköpfe glauben, »Volk« sind alle, die in diesem Land leben und seine Staatsbürgerschaft besitzen. »Wir«, so glauben sie, »sind eine grosse Familie«, Mannschaft und Ladung einer neuzeitlichen Arche Noah, die gemeinsam gegen den Untergang rudert.
»Alle Macht geht vom Volk aus« heisst es sinngemäß im Grundgesetz, was wiederum bedeutet, dass »Wir« nicht das Volk sind - denn »Wir« gehören zur Kaste der Ruderer. Tante Angela und Onkel Franz - um bei der Familie zu bleiben - gehören zur Kaste der Anweisenden und damit fast zum Volk, während Onkel Josef, als Schweizer, das Volk ist, denn ihm gehört die Arche.

Vor 16 Jahren versammelten sich Menschen auf den Strassen und riefen:»Wir sind das Volk«. Beifall aller Orten.
Vor etwa einem Jahr waren wieder Menschen auf den Strassen und riefen:»Wir sind das Volk«, doch diesmal gab es kaum Beifall, sondern harsche Kritik.
Warum?
Weil Onkel Josef nicht dabei war!
6.6.06 10:33


Chips für alle ...

nein, nicht die aus Kartoffelmehl gepressten - sondern RFID-Chips. Was sollen diese Halbheiten mit biometrischen Pässen, Ausweisen und Gesundheitskarten. Ein Chip - bei der Geburt gleich implementiert - und aus die Maus. Wer noch keinen hat, muss sich anstellen, sonst kommt er nirgendwo mehr rein. Ausser in die Zelle vielleicht. Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Andererseits wird das ein herrliches Leben:
Ich brauche mir keine Geheimzahl für den Geldautomaten zu merken,
meine Wohnungstür würde sich, wie von Geisterhand, öffnen,
bei ALDI werde ich an der Kasse mit Namen angesprochen und mein Kassenbon würde diskret darauf hinweisen, dass ich schon lange keinen Kräutertee mehr gekauft habe,
im KaDeWe werden anhand meines Kontostandes alle Preise abgedunkelt, die mein Budget sprengen,
ein Rütteln würde mich über hormonellen Aktivitäten meiner Ehefrau informieren und auf die Unausweichlichkeit des Beischlafs vorbereiten,
milde Stromschläge würden mich daran erinnern, die gesponsorte Sendung im Fernsehen nicht zu verpassen,
mein Auto und die Polizei wären nach einem Kneipenbesuch bestens über meine Promille im Bilde
und wenn ich mal etwas verlieren sollte, kann ich im Fundbüro mein Bewegungsprofil der letzten 24 Monate problemlos abrufen.
Wunderbar!

Für die Wirtschaft bedeutet dies Aufschwung, denn 450 Millionen EU-Bürger »einzukleiden« ist keine Kleinigkeit. Vollbeschäftigung wird es wohl trotzdem nicht geben. Vielleicht in Asien, wo die Chips produziert werden. Wäre ja auch schon ein positives Ergebnis. Den Shareholders ist es sowieso egal, wo ihr Value herkommt.
7.6.06 13:52


Brot und Spiele ...

sorgen in diesen Tagen auf unserer Arche für Ablenkung. Die Ruder-Kaste darf es etwas ruhiger angehen lassen und bekommt die eine oder andere Erleichterung. Einige haben Karten für das Oberdeck, dass extra für dieses Ereignis gehübscht wurde, schließlich legen jeden Tag Barken aus aller Welt an. Unsere Käptn's tragen ihre Ausgehuniformen und zeigen sich bei den Gladiatoren, um etwas von ihrem Glanz auf selbige zu übertragen.
Oder ist es umgekehrt?
Die Ruderbänke wurden auch modernisiert - wir haben jetzt Videokameras. Die übertragen sogar bis nach Amerika, denn da gibt es Spezialisten, die aus dieser Entfernung erkennen können, ob einer von uns schläft. Wehe, sie erwischen einen! Ab ins Flugzeug und runter von der Arche.

Aber im Ernst - mit uns Ruderern ist nicht zu spassen. Wir sind jederzeit bereit, unsere Ketten zu zerreissen und die Arche zum Kentern zu bringen. Meinen jedenfalls unsere Käptn's und haben schon mal zusätzlich 7.000 Soldaten in Bereitschaft versetzt. Für Afghanistan, als anerkanntem Krisenherd, reichen 2.800.
In Wahrheit wollen wir nichts weiter, als unsere Ruhe - Ruhe vor Bevormundungen, Besserwisserei, vor unnützen Reformen und Generalverdächtigungen. Wenn wir nicht vorwärtskommen, liegt das nicht an uns, sondern am Kurs. Im Kreis zu fahren hat noch nie zu neuen Ufern geführt.
8.6.06 22:31


Verkleinerung ...

ist angesagt. Die Eigner um Onkel Josef haben der Arche rund 1.600 Milliarden EUR geliehen und wollen nun ihr Geld zurück. Da wir soviel Geld nicht haben, werden die Sicherheiten verwertet. Ein ganz normaler Vorgang, den viele Häusle-Bauer schon hinter sich haben.
Bei der Entscheidung darüber, was verwertet bzw. verkauft wird, ist die Wahl auf Bayern gefallen. Wir werden uns (leider, leider) von unserem Heck trennen müssen, aber trotzdem nicht untergehen.
Dafür fliessen in unsere Kassen 70 Milliarden qm á 20,- EUR = 1.400 Milliarden EUR! Na ja, fast in unsere Kassen. Zumindest vermindern sich die Schulden.
Es hat aber nichts mit der Herkunft von Onkel Josef zu tun, dass die Schweiz der Käufer ist. Wirklich nicht. Und unter Wert wurde auch nichts verkauft. Ehrlich. Der Immobilienmarkt gibt zur Zeit einfach nichts her. Banken tun immer ihr bestes.
Wer hat da eben »Für sich!« gerufen?
Sollte es der Arche einmal besser gehen, besteht die Option, das Heck zurück zu kaufen - für 40,- EUR pro qm. Ein kleiner Gewinn muss schließlich sein.
Leider wird, wie bei vielen Verkäufen, das Personal nicht übernommen. Darum heissen wir, auf der nunmehr verkleinerten Arche, 12 Millionen Bayern herzlich willkommen.

Andererseits, falls uns unser Heck lieb und teuer sein sollte, könnten wir die Schulden aus eigener Tasche bezahlen, immerhin verfügen 72 Millionen von uns - rein statistisch gesehen - über 28.000,- EUR pro Kopf. Dann bräuchten die anderen 8 Millionen ihre - rein statistisch gesehen - 250.000,- EUR pro Kopf nicht anzureissen. Wir werden doch das Sonnendeck nicht an den Bettelstab bringen.

Von unseren Käptn's dürfen wir übrigens keine Hilfe erwarten. Die feiern in der Offiziersmesse gerade eine neue Reform.
11.6.06 04:09


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